Die Macht der Gewohnheit als Schlüssel für ein glücklicheres Leben

 

Die Macht der Gewohnheit lässt uns eingefahrene Abläufe immer wiederholen, das macht es so schwer etwas Neues auszuprobieren.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Gewohnheiten deshalb so schwer zu verändern sind, weil sie bestimmte Begehrlichkeiten befriedigen. Die Zigarettenpause bringt ja nicht nur eine Zwischen-Pause, sondern man ist dann auch in Gesellschaft von anderen Rauchern, mit denen man sich ritualmäßig bei dieser Gelegenheit austauschen kann. Also nicht nur das Nikotin beruhigt die Nerven, sondern man trifft sich dabei vielleicht zum Abmeckern, zum Flirt, zum Gedankenaustausch, was auch immer und das baut auf. Das quittiert unser Belohnungszentrum dann mit einem Hurra!

Wäre da nicht der Schweinehund, das ist die Energie des Widerstands gegen Veränderungen, könnte man ja unsinnige, schädliche, ungesunde Gewohnheiten einfach aufgeben. Doch so einfach ist das nicht. Im Gehirn entwickeln sich da wo Gewohnheiten sind, regelrechte Daten-Autobahnen. Das macht Sinn, denn so werden immer wiederkehrende Abläufe gespeichert und sind jederzeit abrufbar. Wer einmal das Fahrradfahren gelernt hat, wird das auch nach jahrelanger Pause wieder abrufen können. Gewohnheiten erzeugen so eine Art Code im Gehirn und ersparen uns an der Stelle die Anstrengung das Fahrradfahren wieder neu lernen zu müssen. Gewohnheiten sind energiesparend, das gibt natürlich dem Schweinehund, der ja diese verteidigt, ungemein viel Macht!

Die Neigung sich in gewohnten Bahnen zu bewegen kann man auch für sich nutzen. Denn wer es schafft, schlechte und negative Gewohnheiten gegen gute und hilfreiche Gewohnheitscodes zu ersetzen, wird in jedem Fall danach glücklicher, gesünder, erfolgreicher, usw. sein. Dazu schauen wir uns jetzt genauer an, wie ein Gewohnheitsmuster entsteht.

 

Entstehung von Gewohnheitsmustern

Nach Charles Duhigg (Die Macht der Gewohnheit. Warum wir tun was wir tun. Wagenbach Verlag) entsteht der Ablauf von Gewohnheiten in einer Gewohnheitsschleife. Es beginnt mit einem Auslöser, das kann z.B. ein Ereignis sein, eine Erinnerung, oder eine Situation. Das Gehirn sucht automatisch nach einer angemessenen Gewohnheit, die hilft mit dem Auslöser entspannt umzugehen und darüber hinaus noch eine Belohnung verspricht.

Zum Beispiel:

Viktors Eltern haben sich getrennt. Während der Trennung begann er aus Frust, sich mit Computerspielen bei einem Freund abzulenken. Das Spielen hat ihm gut getan, er konnte seine Aggression im Spiel abbauen und hat dort das ein oder andere Ziel erreicht (Belohnung), was in der derzeitigen Lebenssituation nicht realisierbar war. Daraus entwickelt sich schnell ein Gewohnheitsmuster, denn künftig wird bei Frust, unangenehmen Situationen, Konflikten automatisch das Gehirn auf dieses Gewohnheitsmuster zurückgreifen, denn es verspricht eine Belohnung. Das kann über längere Zeit auch in eine Spielsucht führen.

 

Erlernte Gewohnheitscodes

Bestimmte Gewohnheiten schauen wir uns auch von unseren Eltern oder Freunden ab und übernehmen diese meist unbewusst. Wer sich die Gewohnheiten seiner Eltern betrachtet wird erkennen, an welcher Stelle man sich da ähnlich verhält. Das können positive wie negative Gewohnheiten sein. In einer Familienaufstellung ist es möglich, die Bedürfnisse dahinter genauer zu erkennen.

 

Wie man positive Veränderungen durch kleine neue Gewohnheitscodes erreichen kann

Um das Muster, also den Gewohnheitscode zu verändern, muss man sich einmal den Auslöser genau ansehen. Denn hinter dem Auslöser verbirgt sich ein Bedürfnis. Am Beispiel von Viktor ist es das Bedürfnis Macht zu erlangen, da er sich in der momentanen Lebenssituation eher machtlos fühlt. Im Spiel erlebt er sich als handlungsfähig und kann eigenmächtig den Ablauf lenken. Das Erfolgserlebnis im Spiel und die Erlangung von Macht ist die Belohnung.

Anstatt zu versuchen, der Lust auf das Computerspielen zu widerstehen, was große Anstrengung erfordert und Frust hinterlässt, wenn man es nicht geschafft hat, könnte Viktor versuchen, sein Bedürfnis nach Macht und Erfolgserlebnis anders zu befriedigen. Vielleicht könnte er das kompensieren, indem er sich dafür entscheidet Kampfsport zu trainieren, das würde sein Machtgefühl befriedigen und ihm im Training Erfolgserlebnisse liefern.

 

 

Neue Gewohnheitscodes einführen:

– Dein Bedürfnis erkennen, das hinter deiner Gewohnheit steckt – 

– deine alte Gewohnheit einfach durch eine

neue bessere Gewohnheit ersetzen –

– mit der neuen Gewohnheit gesünder und glücklicher Leben –

 

 

 

9 Tipps wie du neue Gewohnheiten für ein glücklicheres Leben installieren kannst

 

Tipp 1: Erlernte Gewohnheiten und Muster transformieren

Übernommene Muster und Gewohnheiten bestimmen überwiegend auch unbewusst unser Leben. Diese zu erkennen und aufzulösen befreit von Denk- Gefühls- und Verhaltensweisen, die man einmal gelernt hat und die einem nicht wirklich gut tun. Wer diese nicht so ohne weiteres erkennen kann, kann sich über eine Familientherapie oder Familienaufstellung Klarheit verschaffen, was für Muster im Familiensystem weitergegeben wurden. Hier mehr Infos zum Familienstellen und zur Aus- und Weiterbildung Familienaufstellung

 

Tipp 2: Bedürfnisse erkennen

Du sehnst dich nach Veränderung und willst alte Gewohnheiten loswerden. Frage dich, was für ein Bedürfnis hinter deinen Gewohnheiten steckt. Warum isst du Süßigkeiten, schaust du lange fern, oder trinkst du Alkohol. Was wünschst du dir denn eigentlich und warum willst Du etwas verändern? Wenn Du diese Fragen für dich beantwortest, dann weißt du, was du wirklich brauchst, nach was du dich sehnst und was dir eine neue Gewohnheit einbringen sollte.

 

Tipp 3: Finde eine positive Gewohnheit, die dich glücklicher macht

Was könntest du dir angewöhnen, was dich längerfristig glücklicher, erfolgreicher, oder gesünder machen könnte? Mehr Sport, früher aufstehen, gut frühstücken, Entspannung, Disziplin, Regelmäßigkeit, feste Tagesabläufe, Todo-Listen, Tagebuch schreiben, ein neues Hobby, oder etwas anderes?

 

Tipp 4: Neue Routinen in alte Gewohnheiten einbauen

Am einfachsten ist es, eine neue Gewohnheit in bereits vorhandene Routinen einzubauen, also die Sportschuhe gleich neben das Bett zu stellen, so dass du morgens beim Anblick der Joggingschuhe gar nicht anders kannst, als dich beim Hundegassi führen schneller fortzubewegen. Oder du stellst dir das Fahrrad neben die Eingangstür, so dass Du für den Weg in die Arbeit gleich eine Alternative zum Auto hast.

 

Tipp 5: Belohnung in Aussicht stellen

Unser Gehirn funktioniert nach dem Belohnungssystem. Sport setzt genauso Glücksgefühle frei wie Schokolade. Wenn du morgens gerne joggen würdest, könntest du dir ein Bild neben die Joggingschuhe stellen, dass das Ergebnis deiner Bemühungen zeigt. Das Bild einer Frau, oder eines Mannes mit Top-figur zum Beispiel, so dass du die Belohnung deiner Anstrengung gleich vor Augen hast. Das motiviert!

 

Tipp 6: Persönliche Weiterentwicklung

Entwickle dich durch Seminare, Beratung, oder Bücher weiter. Dabei lernst Du dich selbst kennen und lieben, kannst alte Denk- Gefühls- und Verhaltens-Muster loslassen, die dich bislang behindert oder eingeschränkt haben. Manchmal reicht das schon aus, um alte Gewohnheiten leicht loszuwerden. Persönliche Entwicklung macht definitiv den Weg in ein besseres Leben frei! In allen meinen Seminaren werden deine Bedürfnisse ermittelt und neue Gewohnheitscodes installiert.

 

Tipp 7: Als erstes den Frosch küssen

Wenn Du die unangenehmen Dinge zuerst erledigst, dann ist alles andere danach als Belohnung einzustufen. Wenn das Doofe wie Frosch küssen und andere fiesen Sachen erledigt ist, macht sich Erleichterung breit und du sonnst dich in dem guten Gefühl, das schlimmste überstanden zu haben. Was soll jetzt noch kommen?

 

Tipp 8: Spaß als Motivationsgeber

Dinge, die Freude machen, lassen sich einfacher als Gewohnheit installieren. Welche gute Gewohnheit ist für dich mit Freude verknüpft? Wenn du Spaß am Wettkampf hättest könntest du deine sportlichen Ambitionen vielleicht mit einem Wettbewerb verknüpfen, Als Läufer auf einen Marathon trainieren beispielsweise.

 

Tipp 9: Super-Gewohnheitscode to go

Kleine Rituale die mehr Energie und Lebenskraft bringen, dauern oft nicht mehr als 5 Minuten und lassen sich spielend in den Alltag einbringen. Hier ein Segensritual aus dem Huna – dem hawaiianischen Schamanismus:

Strecke deine Hände dem Himmel entgegen und bitte um den goldenen Regen des Segens des Lichts, der Liebe und der Heilung. Spüre wie das goldene Licht in dich hineinströmt, wie dieses Licht deinen ganzen Körper erleuchtet, alle Organe werden von diesem Licht berührt, alle deine Körperzellen werden von diesem Segenslicht erleuchtet. Fühle, wie diese Energie deinen ganzen Körper ausfüllt. Mit diesem wunderbaren Segenslicht startest du energiereich in den Tag!

 

Ich würde mich sehr freuen, wenn dir dieser Artikel und meine darin enthaltenen Tipps dabei geholfen haben,

Super-Gewohnheitscodes zu installieren,

die dich glücklicher machen!

 

Herzlichst

Sabine Ruland

 

 

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