Selbstbehauptung – Selbstbehauptung lernen in 7 Schritten

 

Sich selbst zu behaupten ist eine Verhaltensweise, bei der man sich nicht dem Willen anderer Menschen unterwirft, sondern seine Meinung äußert und sich selbst, seinen Standpunkt und seine Rechte verteidigt. Dies geschieht aber ganz in Ruhe, man verhält sich dabei weder aggressiv noch passiv. Selbstbehauptung ist die Kunst, sich nicht unterkriegen zu lassen, und: Selbstbehauptung kann man lernen.

 

Im Alltag kann es durchaus passieren, dass andere mit für dich unerfüllbaren Forderungen an dich herantreten, dich verbal angreifen, dich ungerecht behandeln, dich lächerlich machen, oder dir ihre Meinung aufzwingen möchten. Eigentlich wäre es nötig, dich abzugrenzen, nein zu sagen und deinen Standpunkt zu vertreten, auch gegen die Meinung des anderen. Aber wie oft drückt man sich davor, gibt klein bei, sagt nichts mehr und denkt sich seinen Teil.

 

Wieso, warum, weshalb machen wir das?

 

Was Selbstbehauptung so schwierig macht:

Die Selbstbehauptung scheitert oft daran, dass wir einen Konflikt vermeiden wollen, dem wir uns vielleicht nicht gewachsen fühlen. Die meisten haben nicht gelernt, wie man positiv und konstruktiv mit Konflikten umgehen kann, sondern nur, wie man sie vermeidet. Doch eine Vermeidung ist nur möglich, wenn man auf ewig selbst immer zurücksteckt. Das ist aber keine wirklich gute Lösung, denn dann gehst du achtlos und respektlos mit dir selbst um.

Um dich behaupten zu können braucht es auch ein gesundes Selbstvertrauen und ein gutes Selbstwertgefühl. Viele Menschen haben stattdessen eher diverse Ängste, die ihnen die Selbstbehauptung natürlich gravierend erschwert.

 

 

13 Gründe – warum wir uns nicht so gut behaupten können:

 

  1. Angst vor Ablehnung

Wenn du Angst davor hast, dass du von anderen Menschen abgelehnt werden könntest, dann wirst du versuchen, dich so zu verhalten, dass du akzeptiert wirst. Du kannst dich solange nicht selbst behaupten, solange du die Bereitschaft hast, es anderen recht machen zu wollen.

  1. Versagensangst

Die Angst zu versagen macht Selbstbehauptung schwierig, weil du unbewusst glaubst, dass du es schaffen musst dass andere dich mögen, lieben oder anerkennen. Wie willst du dich mit dieser fatalen Vorstellung noch selbst behaupten können?

  1. Verlustangst

Wenn du dich behauptest, stellst du dich gegen die Meinung des anderen und riskierst, dass du jemanden verlieren könntest. Davon gehst du aus, wenn du schon entsprechende Erfahrungen gemacht hast. Doch wenn dich jemand verlässt, nur weil du zu dir stehst, dann ist das kein wirklicher Verlust. Mit solchen Menschen kannst du nicht glücklich werden.

  1. Angst vor Kritik

Selbstbehauptung scheitert auch daran, dass du Angst hast, dass du kritisiert wirst. Kritik gibt einem das Gefühl fehlerhaft zu sein, was nicht angenehm ist. Deshalb versuchst du dich möglichst perfekt und angepasst zu verhalten, um Kritik an deiner Person zu vermeiden.

  1. Angst vor Gesichtsverlust

Wenn du eine bestimmte Rolle lebst, wie beispielsweise den Helfer, den Retter, den Gutmenschen, dann ist Selbstbehauptung störend, denn sie zerstört unter Umständen die Figur, die du nach außen darstellen möchtest.

  1. Mangelndes Selbstvertrauen

Wenn du wenig Selbstvertrauen hast, dann hast du nicht den Mut, dich zu behaupten, und traust dich einfach nicht.

  1. Gefühle von Ohnmacht

Wenn du dich als Opfer von Umständen oder Angriffen siehst, fühlst du dich ohnmächtig und dann wird es schwierig mit der Selbstbehauptung, denn dein Gegenüber spürt sofort, dass du ihm keinen Widerstand entgegenzusetzen hast.

  1. Keinen eigenen Standpunkt haben

Durch übermäßige Anpassung hast du vielleicht über die Zeit dich daran gewöhnt, dass die anderen das Sagen haben und gar keine eigene Idee mehr entwickelt. Wer keinen Standpunkt hat, kann auch keinen vertreten.

  1. Negative Erfahrungen in der Vergangenheit

Wenn du in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen damit gemacht hast, deinen Standpunkt zu vertreten, oder für deine Meinung niedergemacht worden bist, dann kann dich die Erinnerung daran hindern, dich zu behaupten.

  1. Erlernte Hilflosigkeit

Wenn du in deiner Herkunftsfamilie nicht gelernt hast dich zu behaupten, dann bist du vielleicht der Meinung, dass du das nicht kannst. Hilflosigkeit ist auch ein Verhalten, mit dem man sich vor anderen schützen möchte. Frei nach dem Motto, ich bin klein und hilflos, tu mir bitte nichts. So wird das mit der Selbstbehauptung nichts.

  1. Bequemlichkeit

Selbstbehauptung ist unbequem, einfacher und gemütlicher kann es vorerst sein, sich anzupassen. Doch wer auf Dauer seine Vorstellungen und Wünsche zurückstellen muss, der resigniert, wird depressiv oder wütend. Dann ist es mit der Bequemlichkeit auch vorbei.

  1. Angst sich zu zeigen

Selbstbehauptung funktioniert auch dann nicht, wenn man Angst hat sich zu zeigen. Viele Menschen scheuen sich davor aufzufallen und das kann durchaus passieren, wenn du dich behauptest. Dann fällst du auf, ja Gott sei Dank, dann nehmen dich die anderen endlich wahr!

  1. Harmoniebedürfnis

Ein echter Selbstbehauptungskiller dieses Harmoniebedürfnis. Doch echte authentische Harmonie entsteht nur, wenn unterschiedliche Meinungen ausgesprochen werden und jeder seinen Standpunkt vertreten darf.

 

Es spielt keine Rolle, ob es dir in der Vergangenheit gelungen ist dich zu behaupten, oder nicht. Du kannst dich jeden Tag neu entscheiden und dich dann auch anders verhalten. Hier meine schamanische Powermeditation für dich, mit der du innere Stärke gewinnen kannst. Die hilft dir dabei, dich selbst zu behaupten:

 

 

Anleitung:  Selbstbehauptung lernen in 7 Schritten

 

Schritt#1 Nichts persönlich nehmen

Jeder Mensch ist durch seine Herkunft geprägt und hat daraus, und durch gewisse Lebenserfahrungen eine bestimmte Sichtweise entwickelt. Das hat grundsätzlich mit dir gar nichts zu tun. Deshalb brauchst du dich auch durch andere Meinungen nicht persönlich angegriffen oder in Frage gestellt fühlen. Wenn du nichts persönlich nimmst, dann kannst du selbstbewusster agieren, weil du dich nicht rechtfertigen musst.

 

Schritt#2  Willenserklärung verfassen

Ohne das du weißt, was du willst kannst du dich nicht positionieren. Mache dir deine Ziele, Werte und Wünsche bewusst und verfasse eine klare Willenserklärung. Wenn du dir schwer damit tust, deine Wünsche zu finden dann schreibe folgende Sätze von Beginn an und schreibe sie „fertig“.

– Was ich mir wirklich wünsche ist, dass….

– Mein fester Wille ist es, dass….

– Meine persönliche Meinung ist, dass…

– Mein Ziel ist es, dass ich….

 

Schritt#3: Zeit gewinnen

Wenn jemand seinen Willen dir gegenüber durchsetzen will, ist es klug, Ruhe zu bewahren und erst einmal Zeit zu gewinnen. Du kannst deinem Gegenüber mitteilen, dass du dir das erst überlegen musst, ob das für dich in Frage kommt. So gewinnst du Raum, und kannst dir erst einmal deinen Standpunkt überlegen und dir darüber klar werden, wie du reagieren möchtest.

 

Schritt#4: Reaktionsmuster verändern

Wenn du in einen Konflikt verwickelt bist, reagierst du meistens immer wieder gleich. Was ist dein immer wiederkehrendes Muster, das da im Unterbewusstsein abgerufen wird? Wenn dir das bewusst ist, und du die Ursachen dafür transformieren kannst, dann bist du in der Lage bewusst anders zu reagieren.

 

Schritt#5: Konflikte neu bewerten

Konflikte regeln den Grenzverkehr zwischen dem Ich und dem Du. Sie stecken Grenzen ab und können wunderbare Lösungen hervorbringen, die zum wohl aller Beteiligten sind. Konflikte sind daher Geschenke. Wenn du das so sehen kannst, dann kannst du dich leichter auf eine Auseinandersetzung einlassen und das ganze eher sportlich sehen.

 

Schritt#6: Grenzen stecken

Was erlaubst du anderen Menschen und was nicht? Sei die dessen bewusst, dass andere nur so viel Raum einnehmen können, wie du ihnen zur Verfügung stellst. Lege deine Grenzen ganz bewusst fest und übe dich darin, sie zu verteidigen.

 

Schritt#7 Kommunikation verbessern

Viele Konflikte wären vermeidbar, wenn man mehr miteinander sprechen würde. Vielleicht hast du nicht gelernt, dich auszudrücken, oder deine Meinung zu sagen, geschweige denn deine Bedürfnisse anderen Menschen mitzuteilen.

 

Sabine Ruland - Familienaufstellung

Danke, dass du meinen Ausführungen deine Zeit geschenkt hast. Ich würde mich sehr freuen, wenn dir dieser Artikel dabei helfen kann, dich besser zu behaupten!

Herzlichst Sabine Ruland

 

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