Harmoniesucht: Ihre Gründe und 11 Tipps, wie du sie überwinden kannst

Harmoniesucht: Ihre Gründe und 11 Tipps, wie du sie überwinden kannst

 

 

Harmoniesucht: Ihre Gründe und 11 Tipps, wie du sie überwinden kannst

Wer sehnt sich nicht nach einem harmonischen Zusammenleben, nach einem konfliktfreien Leben, das uns in Einklang sein lässt mit uns selbst und mit den anderen.Die meisten Menschen sind Harmoniebedürftig, wollen verstanden werden, wollen ihre Ansichten mit anderen teilen, wollen dazugehören, wollen akzeptiert werden und wollen sich in ihrem sozialen Umfeld wohl fühlen. Das ist ganz normal.

Harmoniesucht dagegen ist wie ein innerer Zwang, in seiner Umgebung Harmonie herzustellen, auch wenn das auf Kosten der eigenen inneren Harmonie geht.

 

Harmoniesucht führt dazu, dass

 

– man versucht es anderen recht zu machen

– man unter allen Umständen freundlich und nett sein will

– man sich auch diskreditierenden Umständen aussetzt

– man sich selbst verleugnet

– man seine eigenen Bedürfnisse hintenanstellt

– man schwierige Situationen in Kauf nimmt

– man Ärger und Kritik runterschluckt

– man unter allen Umständen loyal ist

– man versucht die Erwartungen der anderen zu erfüllen

– man zu viele Kompromisse eingeht

– man keinen eigenen Standpunkt einnimmt und vertritt

– man sich bei Streitigkeiten unwohl fühlt

– man es vermeidet Kritik zu äußern

– man zum Ja-Sager wird

– man Fehler eingesteht, die man gar nicht begangen hat

– man sich Schuldig fühlt ohne Grund

– man schweigt

 

Doch ist echte Harmonie dadurch erreichbar? Wohl eher nicht!

„Um des lieben Friedens willen“, heißt es oft, verzichtet man auf darauf, seine Meinung zu sagen. Doch ist das wirklich wahr, oder stellt man seinen Standpunkt nur deshalb hinten an, um nicht Gefahr zu laufen ausgegrenzt zu werden?

Und ist es wirklich wahr, dass man dadurch den Frieden erhält? Oder ist es eher so, dass man dadurch, dass man schweigt auch zum Mittäter werden kann?

 

Warum wir Harmoniesucht entwickeln

Die Ursachen für Harmoniesucht sind meist schon in der Kindheit zu finden. Als Kind war es vielleicht von Vorteil, sich harmoniestiftend zu verhalten. Man konnte damit Konflikte entschärfen, deeskalierend auf elterlichen Streit einwirken, sich Vorteile gegenüber Geschwistern verschaffen, usw. Doch heute bist du erwachsen und stehst auf einem ganz anderen Platz, da brauchst du das in der Kindheit entwickelte Muster nicht mehr. Du hast als Erwachsener andere Möglichkeiten.

Diese Muster können innere Zwänge ausüben, auch innere Antreiber genannt, die dazu führen, dass du dich harmoniebedürftig verhältst. Das können folgende sein.

 

Das Selbstbild – Antreiber: Helfersyndrom

Jeder Mensch besitzt von sich selbst ein gewisses Bild, ein sog. Selbstbild, mit dem er bzw. sie sich gut fühlt. Vielleicht fühlst du dich gut, wenn du anderen helfen kannst beispielsweise. Wenn das so ist, dann wirst du in diesem Helfen wollen auch in gewisser Weise die Balance herstellen wollen. Um dem Harmoniezwang zu entkommen, müsstest du dein Selbstbild korrigieren, so dass du dich auch ok fühlst, wenn du mal nicht hilfst und ständig unterstützend zur Stelle bist.

Die Angst vor Ablehnung – Antreiber: Gefälligkeit

Wer anderen gefallen möchte und sich darüber Liebe und Anerkennung sichern möchte, der hat die Grundlage für harmoniesüchtiges Verhalten schon gelegt. Man ist nett, biedert sich an, will beliebt sein, usw. Doch ist das ein guter Weg? Man kann anderen so jedenfalls nicht auf Augenhöhe begegnen. Dahinter versteckt sich oft die Angst davor abgelehnt zu werden. Deshalb muss man zwanghaft alles dafür tun, um bei den anderen anzukommen.

Die Sicherheit – Antreiber: Anpassung

Tief in uns angelegt ist ein instinktives Wissen, das wir sicherer sind und mehr Überlebenschancen haben, wenn wir Teil einer Gruppe sind. Das führt dazu, dass wir meinen uns so verhalten müssen, dass wir nicht Gefahr laufen, von der Gruppe verstoßen zu werden. Auch das kann ein Grund sein, warum du so harmoniebedürftig bist, zu deiner eigenen Sicherheit.

 

 

Die Anziehungskraft von Harmoniesüchtigen

Wer süchtig nach Harmonie ist und alles tut, um den Frieden und die Harmonie in Familie, Partnerschaft, oder Beruf herzustellen, zieht Egoistische und Narzisstische Menschen magisch an. Harmoniesüchtige glauben, dass wenn alles harmonisch ist, dass sie alles gut und richtig gemacht haben. Im Umkehrschluss glauben sie natürlich auch, dass sie Schuld sind, wenn Streit und Konflikt entsteht. Sie suchen den Fehler nur bei sich selbst, anstatt sich angemessen abzugrenzen und wirklich zu schauen, wer für den Konflikt die Verantwortung trägt. Das ist natürlich Unsinn. Der Narzisst in seinem Egoismus, seinem Drang nach Bewunderung, steht genau auf der anderen Seite wie der Harmoniesüchtige. Ihm ist Harmonie völlig egal, er schaut nur auf den eigenen Vorteil und findet in dem Harmoniesüchtigen die perfekte Ergänzung.

 

 

Harmoniesucht: 11 Tipps, wie du sie überwinden kannst

 

Tipp#1  Selbstreflektion

Um Harmoniesucht zu überwinden ist es nötig, die Auslöser zu entfernen. Reflektiere über dein Verhalten in der Kindheit und entschließe dich, diese Muster über Bord zu werfen. Besuche Seminare oder entscheide dich für einen therapeutischen Weg, um die Ursachen für deine Harmoniesucht aufzulösen.

 

Tipp#2  Erlaube dir etwas

Wenn du wieder einmal eingeladen bist und eigentlich keine Lust hast hinzugehen, dann erlaube dir, diese Einladung abzusagen. Damit ist der innere Konflikt, nämlich der keine Lust zu haben aber die Einladung nicht absagen zu dürfen, bereinigt und du schenkst du dir selbst inneren Frieden.

 

Tipp#3  Innere Harmonie finden

Eine innere Harmonie entsteht, wenn du dir selbst treu bleibst, deinen Standpunkt vertrittst und auf deine Gefühle und Bedürfnisse Rücksicht nimmst. Innere Harmonie macht dich stark und frei!

 

Tipp#4  Die eigene Wahrnehmung vermitteln

Jeder Einzelne hat seine eigene Sicht, Meinung und Denkweise. Das ist auch vollkommen in Ordnung. Deshalb bist auch du berechtigt, deine Wahrnehmung, deine Meinung zum Ausdruck zu bringen. Damit bringst du deine Ideen und Vorstellungen mit in die Gemeinschaft ein, davon können alle nur profitieren.

 

Tipp#5   Unverträglich sein dürfen

Was für eine Herausforderung für Harmoniesüchtige, die ja immer verträglich sein wollen. Doch Unverträglichkeit zu entwickeln ist wichtig und gelingt, wenn es dir ab jetzt egal ist, was andere über dich denken.

 

Tipp#6   Ehrlich und authentisch sein

Auf Liebe, Friede, Eierkuchen zu setzen ist nicht immer ehrlich und auch nicht zuträglich für dein Seelenheil. Nicht ausgesprochener Ärger, oder angepasste Zustimmung kann deinen inneren Frieden auf Jahre gefährden. Deshalb erlaube dir ehrlich und authentisch deinen Standpunkt zu vertreten, egal ob das ankommt oder nicht.

 

Tipp#7   Kritik äußern dürfen

Im Umgang mit anderen Menschen ist es wichtig, dass man über Dinge sprechen kann, die man nicht gut findet. In privaten wie auch in beruflichen Situationen ist es wichtig, Kritik zu äußern, weil sich sonst ja auch nichts zum Besseren bewegen kann. Aber auf das wie kommt es an. Man beginnt erst mit den positiven Aspekten, spricht in der Ich-Form und beendet die Kritik auch mit etwas Positivem. So ein Feedback dient letztlich immer dem wohle aller.

 

Tipp#8   Konfliktfähigkeit entwickeln

Eine Gemeinschaft ohne Konflikte ist nicht realisierbar. Da jeder Mensch einzigartig ist, ist das ja auch nur natürlich, dass wir unterschiedliche Vorstellungen haben. Mit Anpassung und Schweigen kann kein gemeinsamer Konsens gefunden werden. Konflikte können auch in einem Streit enden, der aber manchmal auch nötig ist, um ein gutes Ergebnis zu finden. Entwickle deshalb eine Streitkultur und zeige dich konfliktfähig.

 

Tipp#9   Achtsame Durchsetzungskraft trainieren

Wer nicht gelernt hat, sich durchzusetzen, kann das selbstständig trainieren. Es könnte so funktionieren:

Du bildest dir zuerst eine eigene Meinung und bringst diese klar und deutlich zum Ausdruck. Du erlaubst auch deinem Gegenüber, seine Meinung darzulegen und respektierst diese auch. Du begründest deine Wünsche, Bedürfnisse und Vorstellungen. Du sprichst in einer normalen Tonlage und strebst in der Diskussion eine Entscheidung an, in der deine Vorstellungen berücksichtigt werden.

 

Tipp#10  Für dich selbst da sein

Wenn du für dich fürsorglich und liebevoll um dich kümmerst, dann bist du von der Aufmerksamkeit, die du im Außen bekommst nicht mehr so abhängig.

 

Tipp#11   Dich annehmen wie du bist

Wenn du dich mit deinen Stärken und Schwächen akzeptieren und annehmen kannst, bist du unabhängig und frei. In dieser Selbstliebe bist du ein echter Gewinn für die Gemeinschaft und strahlst das auch aus. Das wirkt sich unglaublich harmonisierend auch auf Andere aus, weil du sie nicht mehr brauchst, nichts mehr von ihnen erwartest und auch keinen Harmonie mehr einforderst. Das entspannt und schenkt Raum zum Lachen und glücklich sein!

 

Sabine Ruland - ONARIS

Ich würde mich freuen, wenn dir dieser Artikel dabei helfen kann, deine innere Harmonie zu finden.

Herzlichst Sabine Ruland

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