Innere Stärke: warum du nicht immer stark sein musst

 

Es gibt Menschen, die scheinen nie Hilfe zu brauchen. Sie klagen nicht, sie jammern nicht, dafür sind sie dein seelischer Mülleimer, bekochen dich wenn du krank bist, machen dir Mut, geben Ratschläge, passen auf deinen Hund auf, therapieren deine Ehe, coachen dich im Job oder retten dich wenn du in Schwierigkeiten bist.

 

Starke Menschen werden bewundert, manchmal auch beneidet für ihre unerschütterliche Kraft und Stärke, für ihre Souveränität, für ihre Tapferkeit, ihren Optimismus und ihre scheinbare Unverletzlichkeit. Doch sie laufen auch Gefahr, Gefangene ihrer eigenen Stärke zu werden. Sie lassen sich nicht helfen, brauchen keine Aufmunterung und keine Anerkennung. Am Ende stehen sie oft alleine da, fühlen sich überfordert, allein gelassen und sind wütend darüber, dass niemand da ist, wenn sie selbst mal Unterstützung brauchen.

 

Dauer-Stärke – ein energieraubender Antreiber

Immer stark sein zu müssen ist ein sog. Innerer Antreiber, der schon in deiner Kindheit entstanden ist. Wenn du beispielsweise schon früh auf kleinere Geschwister aufpassen musstest, oder ein Elternteil schwach, krank oder hilflos war, dann hast du versucht das mit deiner Stärke zu kompensieren. Wenn dir Glaubenssätze vermittelt wurden wie: „ein Indianer kennt keinen Schmerz“, dann bist du vielleicht zu der Überzeugung gekommen, dass man alles aushalten muss. Der Glaube stark sein zu müssen kostet zu viel Energie und führt dazu, dass man auch im körperlichen Bereich Gefahr läuft, auf Verschleiß zu fahren!

 

Nachteile des Starkseinmüssens

Wenn du glaubst, dass du stark sein musst, wirst du

– weiterzumachen, auch wenn du schon am Ende bist

– dich überfordern

– glauben, dass du alles alleine schaffen musst

– anderen bis zur Selbstaufgabe helfen

– zuviel Verantwortung für andere übernehmen

– alles mit dir selber ausmachen

– zuwenig von anderen fordern

– in einer Selbstverständlichkeit auf vieles verzichten

– zuviel Energie investieren in Menschen und Projekte

– glauben, immer voran gehen zu müssen

– glauben immer etwas tun zu müssen

 

 

Vorteile des Starkseins

Stark zu sein hat auch viele Vorteile. Stärke schenkt dir Unabhängigkeit, Durchhaltevermögen, Verantwortungsbewusstsein, eine gute Chancenverwertung, Anerkennung und nicht zuletzt auch Erfolg. Wer stark ist, kann Schwierigkeiten leichter überwinden und hat nach Niederlagen oder Misserfolgen auch die Kraft wieder aufzustehen.

 

Was hinter der Stärke steht

Die Stärke ist oft nur ein Schutzschild, hinter dem sich die Angst verbirgt vor Enttäuschung, vor Ablehnung, oder vor dem Vertrauensverlust. Auch eine Angst sich dem anderen in seiner Schwäche zu zeigen, sich verletzlich zu machen, kann dahinterstecken. Daher braucht es Mut, auf diesen Schutzmechanismus zu verzichten. Auf der anderen Seite ist eine gesunde Stärke auf jeden Fall wunderbar, denn sie hilft dabei alle möglichen Herausforderungen zu bewältigen, die das Leben so auf der Pfanne hat.

 

Warum Schwäche zeigen echte Stärke ist

Wer sich immer nur stark zeigen kann, stellt sich aufs Ego-Treppchen und lässt die anderen neben sich klein und schwach aussehen. Der Starke fühlt sich den anderen überlegen, was sein Selbstwertgefühl stärkt, aber auch Distanz herstellt.

Wer seine Schwäche zeigen kann, wird die anderen berühren und ein Gleichgewicht zwischen geben und nehmen herstellen. Wer immer gibt, steht am Ende mit leeren Händen da. In Beziehungen braucht es diesen Ausgleich, denn nur dann kann man sich auf Augenhöhe begegnen.

Wer Schwäche zeigen kann, kann zu sich selbst in allen Bereichen stehen, das ist authentisch und wirkt unglaublich anziehend. Wenn du Schwäche zeigst, erlaubst du den anderen dir beizustehen, gönne ihnen die Freude.

Wer Schwäche zeigen kann, gibt auch den Menschen in seiner Umgebung die Möglichkeit ihre Schwächen zu zeigen, anstatt sie zu leugnen. Das verbindet und schweißt zusammen.

Wer Schwäche zeigen kann, der offenbart sein Bedürfnis nach Unterstützung. Dann wird ihm geholfen werden.

Wer Schwäche zeigen kann, zeigt wahre Größe.

 

Innere Stärke. warum du nicht immer stark sein musst

 

 

9 gute Gründe, warum du nicht immer stark sein musst

 

Grund1#

Starke lassen die anderen schwach aussehen

Grund2#

Starke überfordern ihr persönliches Umfeld

Grund3#

Starke sind oft Vermeider und unterdrücken ihre Gefühle

Grund4#

Starke dominieren die Schwächeren

Grund5#

Starke werden beneidet

Grund6#

Starke gehen ein höheres Risiko ein

Grund7#

Stark sein müssen ist anstrengend

Grund8#

Starke glauben oft, dass die Welt ihnen etwas schuldet

Grund9#

Starke fühlen sich im Stich gelassen

 

Ich glaube das sind Gründe genug, um dich einmal von deiner schwachen Seite zu zeigen. Interessanterweise verbirgt sich in dieser Schwäche meistens sogar selbst ein echtes Potential!

 

Sabine Ruland - ONARISIch würde mich sehr freuen, wenn dir dieser Artikel helfen kann, auch einmal Schwäche zu zeigen, so dass die anderen Gelegenheit bekommen, dir etwas zurückzugeben.

Herzlichst Sabine Ruland

 

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